Wildkamera am Luderplatz richtig einsetzen
Eine Wildkamera am Luderplatz ist weit mehr als nur eine Möglichkeit, interessante Aufnahmen zu bekommen. Richtig eingesetzt zeigt sie dir, welches Raubwild den Platz annimmt, zu welchen Zeiten es kommt und wie regelmäßig der Luderplatz frequentiert wird.
Gerade bei der gezielten Fuchsjagd und Raubwildjagd kann eine Wildkamera entscheidende Informationen liefern. Statt regelmäßig zum Luderplatz zu fahren und dadurch unnötig Unruhe zu verursachen, lässt sich die Aktivität nahezu störungsfrei überwachen.
Entscheidend ist allerdings die richtige Positionierung. Eine Wildkamera, die einfach irgendwo in Richtung Luderplatz zeigt, liefert nicht automatisch gute oder für die Jagdpraxis verwertbare Ergebnisse.
1. Den Luderplatz vollständig im Blick haben
Am Luderplatz möchte ich nicht nur sehen, dass ein Fuchs da war. Viel interessanter ist das Verhalten rund um den Platz.
Aus welcher Richtung wechselt das Raubwild an? Wie lange hält es sich dort auf? Umkreist der Fuchs den Platz zuerst? Gibt es mehrere Stücke? Kommen Marder oder anderes Raubwild ebenfalls regelmäßig vorbei?
Deshalb sollte die Kamera so positioniert werden, dass nicht nur der eigentliche Köder, sondern auch ein möglichst großer Bereich rundherum sichtbar bleibt.
2. Der richtige Abstand zum Luderplatz
Zu nah ist nicht automatisch besser. Gerade bei Nachtaufnahmen kann ein sehr geringer Abstand dazu führen, dass einzelne Bereiche stark ausgeleuchtet werden, während andere Teile des Bildes kaum mehr zu erkennen sind.
Gleichzeitig sollte die Kamera natürlich auch nicht so weit entfernt stehen, dass Fuchs oder Marder auf den Bildern nur mehr sehr klein zu erkennen sind.
Wähle deshalb einen Abstand, bei dem der Luderplatz und der unmittelbare Bereich rundherum möglichst gut und gleichmäßig erfasst werden.
3. Nicht nur auf den Köder schauen
Einer der häufigsten Fehler ist, die Kamera exakt und sehr knapp auf den Köder auszurichten. Für die reine Dokumentation funktioniert das – für die Jagdpraxis verschenkt man damit aber wertvolle Informationen.
Interessant ist schließlich nicht nur der Moment direkt am Luder. Auch der Randbereich und die Wege zum Luderplatz können wertvolle Informationen über das Verhalten des Raubwildes liefern.
Die Aufnahmen helfen später dabei, einen möglichen Ansitz besser zu planen und zu erkennen, von welcher Seite das Raubwild bevorzugt anwechselt.
4. Den Luderplatz möglichst störungsfrei kontrollieren
Gerade an einem frisch angelegten oder gut angenommenen Luderplatz solltest du unnötige Kontrollgänge so weit wie möglich vermeiden.
Genau hier spielen sendefähige Wildkameras ihren größten Vorteil aus. Die Bilder werden direkt übertragen und du musst den Platz nicht betreten, nur um eine Speicherkarte auszulesen.
Gleichzeitig kannst du wesentlich schneller reagieren, wenn sich die Aktivität am Luderplatz verändert.
Wissen, was am Luderplatz passiert.
Mit einer sendefähigen TRAILCAM bekommst du die Aufnahmen direkt aus dem Revier und kannst die Aktivität beobachten, ohne ständig zur Kamera fahren zu müssen.
Wildkameras ansehen →5. Uhrzeiten und Regelmäßigkeit beobachten
Einzelne Aufnahmen sagen noch relativ wenig aus. Wirklich interessant wird ein Luderplatz, wenn sich über mehrere Tage ein Muster erkennen lässt.
Kommt der Fuchs immer ungefähr zur gleichen Zeit? Wird der Platz täglich angenommen oder nur sporadisch? Gibt es bestimmte Zeitfenster, in denen regelmäßig Aktivität herrscht?
Genau diese Informationen helfen bei der Entscheidung, wann sich ein Ansitz tatsächlich lohnt.
6. Die Technik im Auge behalten
Auch die beste Positionierung hilft wenig, wenn die Kamera genau dann ausfällt, wenn am Luderplatz Aktivität herrscht. Stromversorgung, Speicherkarte, Mobilfunkverbindung und Ausrichtung sollten deshalb regelmäßig überprüft werden.
Bei sendefähigen Kameras lässt sich ein Teil davon aus der Ferne kontrollieren. Dadurch können unnötige Fahrten ins Revier reduziert werden.
7. Was dir die Wildkamera für den Ansitz verrät
Für mich ist die Wildkamera am Luderplatz in erster Linie ein Werkzeug zur Entscheidungsfindung.
Besonders interessant sind folgende Informationen:
- Welches Raubwild besucht den Luderplatz?
- Zu welchen Uhrzeiten findet Aktivität statt?
- Wie regelmäßig wird der Platz angenommen?
- Aus welcher Richtung wechselt das Wild an?
- Wie lange hält es sich am Platz auf?
- Gibt es mehrere Füchse oder andere Raubwildarten?
Aus diesen Informationen lässt sich der Ansitz wesentlich gezielter planen, anstatt einfach auf Verdacht mehrere Stunden am Luderplatz zu verbringen.
Nicht nur Bilder sammeln – Informationen nutzen.
Der eigentliche Mehrwert der Wildkamera liegt nicht in einzelnen schönen Aufnahmen. Erst wenn du Uhrzeiten, Regelmäßigkeit und Anwechselrichtung miteinander vergleichst, werden die Bilder zu wertvollen Informationen für deine Jagdpraxis.
Fuchsjagd richtig vorbereiten
Von Raubwildlockern bis zur Vorbereitung des Reviers: In unserem TRAILCAM Scout findest du weitere praktische Tipps rund um Fuchs- und Raubwildjagd.
Beitrag zur Fuchs- & Raubwildjagd lesen →Fazit: Mit der Wildkamera den Luderplatz gezielter nutzen
Eine richtig positionierte Wildkamera macht aus einem Luderplatz nicht automatisch einen erfolgreichen Jagdplatz. Sie liefert dir aber genau jene Informationen, mit denen du deine Raubwildjagd gezielter planen kannst.
Besonders wichtig sind ein ausreichend großer Bildausschnitt, eine möglichst geringe Störung und die Beobachtung über mehrere Tage hinweg.
Je besser du weißt, wann, wie regelmäßig und aus welcher Richtung das Raubwild den Luderplatz annimmt, desto gezielter kannst du anschließend deinen Ansitz planen.
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Weidmannsheil,
Mario Held · TRAILCAM.at